Vergiftete Tauben, brennende Elefanten, erdolchte Gattinnen,
Lebenslust bei drei Viertel, schrille Fantasien aus dem Gemeindebau, Tratsch und Klatsch ...
Wortkaskaden und Buchstabensuppe ...
Leopold Kern läßt seiner österreichischen
Seele freien Lauf und
serviert längst fällige Highlights des Wiener Cabarets. Wer dabei allerdings auf pure Operettenseligkeit hofft, sitzt im falschen Theater.
Eine Auswahl der berühmt-berüchtigten schwarzen Lieder von Georg Kreisler rücken dem goldenen Wienerherz zu Leibe.
In leichter
Schräglage servieren dazu die Chansons von Hugo Wiener im zweiten
Teil des Abends Wiener Schmäh mit Biss.
Leopold Kern verführt und verwirrt in der Rolle der "Familie Novak". Mit dem nötigen Schmelz und der unentbehrlichen Portion Walzerseligkeit werden die "Novaks" vom raunzigen Herrn Huber alias Mihai Grigoriu am Klavier begleitet. Heraus kommt eine urwienerische Melange aus Charme und Boshaftigkeit.
Wien surreal, ironisch gebrochen inszeniert von Herbert Wolfgang: Provokativ, aktuell, unverschämt.