Georg Kreisler
Georg Kreisler wurde am 18. Juli 1922 in Wien geboren. Später begann er, am Konservatorium Musik zu studieren.
Mit seinen Eltern emigrierte er 1938 nach Hollywood und führte sein Studium an der University of Southern California fort. Er arbeitete als Arrangeur, Pianist und Dirigent für Filmmusik und diverse Musicals, unter anderem für Charlie Chaplins Film "Monsieur Verdoux".
Zwischen 1942 und 1945 war Kreisler im amerikanischen Militärdienst, kam nach Europa und verfasste Shows für Soldaten. 1943 wurde er amerikanischer Staatsbürger. 1946 ging er nach New York City und begann, eigene Lieder in Kabaretts und Nachtlokalen zu spielen, arbeitete jedoch auch als Autor und Schauspieler am Broadway, schrieb Lieder für Rundfunk und Fernsehen.
1955 kehrte Kreisler nach Wien zurück und und begann, als einer der ersten Künstler nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, kabarettistische Lieder zu schreiben. Mit diesen Liedern, die in einer genialen Sprache verfasst sind, greift Georg Kreisler bis heute auf lustige und trotzdem bitterböse Art und Weise die politischen und gesellschaftlichen Zustände in Österreich und Deutschland an.
Mit Gerhard Bronner führte er das "Intime Theater", wo sie zusammen mit Carl Merz, Helmut Qualtinger, Peter Wehle, Louise Martini u.a. "Blattl vor'm Mund" herausbrachten. Er lebte drei Jahre lang in München, danach wieder in Wien und zog 1976 nach Berlin. Seit 1992 lebt er in Basel.
Im November 2000 wurde seine Oper "Der Aufstand der Schmetterlinge" in den Wiener Sofiensälen uraufgeführt. Zur Zeit arbeitet Kreisler an einem Roman und an seiner zweiten Oper.
 

Vergiftete Tauben, brennende Elefanten, erdolchte Gattinnen, Lebenslust bei drei Viertel, schrille Fantasien aus dem Gemeindebau, Tratsch und Klatsch ... Wortkaskaden und Buchstabensuppe ...
Leopold Kern läßt seiner österreichischen Seele freien Lauf und serviert längst fällige Highlights des Wiener Cabarets. Wer dabei allerdings auf pure Operettenseligkeit hofft, sitzt im falschen Theater.
Eine Auswahl der berühmt-berüchtigten schwarzen Lieder von Georg Kreisler rücken dem goldenen Wienerherz zu Leibe. In leichter Schräglage servieren dazu die Chansons von Hugo Wiener im zweiten Teil des Abends Wiener Schmäh mit Biss.

Leopold Kern verführt und verwirrt in der Rolle der "Familie Novak". Mit dem nötigen Schmelz und der unentbehrlichen Portion Walzerseligkeit werden die "Novaks" vom raunzigen Herrn Huber alias Mihai Grigoriu am Klavier begleitet. Heraus kommt eine urwienerische Melange aus Charme und Boshaftigkeit.

Wien surreal, ironisch gebrochen inszeniert von Herbert Wolfgang: Provokativ, aktuell, unverschämt.